Typo 2007

Dokumentation Dokumentation

Donnerstag
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22:00
 Uhr | 
TYPOhall
 

Frank

Popp

 
Festival
 

TYPOsounds: Audiovisuelle Genüsse von Pop bis Rock

Dass das Augen mithört, hatten bereits die Vorträge am ersten Konferenztag der Typo 2007 gezeigt. Am Abend bei den TYPOsounds sollte diese Erkenntnis von Wolfraam, House Industries und Frank Popp bestätigt werden.

Den Abend eröffneten Wolfraam, die erste und vermutlich einzige Band der Welt, deren Mitglieder alle - vom Gitarristen bis zum Saxophonisten - Typografen sind: Donald Beekman, Donald Roos, Just van Rossum und Henk Lamers. Neben den Instrumenten kamen zwei Rechner zum Einsatz. Einer davon zur elektronischen Bearbeitung: Verschiedene Sounds, von Telefonklingeln bis Tierlauten wurden untergemischt. Der andere zur visuellen Untermalung des Ganzen. Im Rhythmus der elektronischen, zuweilen auch recht jazzigen Sounds flimmerte der Schriftzug Wolfraam in unzähligen Typografien über die Großbildleinwand. Andächtig lauschte das Publikum den Klängen. Die meisten entspannten sich bei einem kühlen Bier, ließen die Fülle der Eindrücke des Tages Revue passieren. Die Stimmung erinnerte angenehm an den Ibizaurlaub und den Sonnenuntergang am Café del Mar.

House Industries machten dem „Chillen“ ein Ende. Die vier Bandmitglieder bezeichnen sich selbst als Vertreter der Designrichtung der „New American Badness“. und das beschreibt Ihren Stil sehr gut. Die vier Amerikaner liefern eine Kombination aus bebildertem Vortrag und Hardrockkonzert. Sie nennen es selbst „die schamlose Selbstbeweihräucherung“ – und auch das kommt gut hin: In kurzen und längeren Einschüben erklären die musikalischen Designer ihre gemeinsame Firmengeschichte: wie es ihnen zu dumm war, für andere zu arbeiten und sie ihr eigenes Label gründeten, wie von ihnen kreierte Fonts erfolgreich wurden und auch sie ihre eigene Modelinie herausbrachten. Hinterlegt sind diese Erzählungen stets mit zurückhaltender Musik und wenn gerade keiner erzählt, bietet House Industries sehr feinen Hardrock. Als sie sich nach ihrer Zugabe verabschieden, werden sie mit lautem Applaus für ihre „Badness“ entlohnt.

Als letztes ging an diesem Abend Frank Popp (ohne sein Ensemble) ans Werk. Der Grafikdesigner und DJ spielte 2003 mit „Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans“ ganz oben in den Charts mit. Natürlich blieb er auch an diesem Abend seinem Musikstil treu und legte Musik im Soulstil der 60er Jahre auf. Über die Großleinwand zeigte Popp Plattencover seiner eigenen Alben sowie anderer Künstler seiner Lieblingsepoche gemischt mit Comicbildern und Plakaten im Popart-Design. So war auch dieser dritte Auftritt - stilecht bis ins Detail - ein audiovisueller Genuss.

Als gegen elf in der TYPOhall das Programm vorbei war, ging die Nacht erst richtig los. Weiter ging es nämlich im M12 mit der „Sweet Sixteen Party“, bei der sich tanzwütige, bis zum Morgen austoben konnten.

Inga Helfrich (www.creativevillage.de)