Typo 2007

Dokumentation Dokumentation

Freitag
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12:00
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TYPOshow
 

Henry

Steinhau

 
Symbole in der Pop-Musik
 

Die Lust am Symbol

In dem Moment, wenn Henry Steinhau einem, ganz im Vertrauen, von seiner geheimen Liebe erzählt, fühlt man sich sichtlich geehrt. Zärtlich streicht er über seinen Laptop und lässt bekannte Umrisse auf der Leinwand erscheinen. Dort versteht man, dass seine Liebe nicht einer fleischlichen Lust entspringt. Nein, vielmehr ist es die Liebe zum Symbol.

Neben gutem Design, sind auch Symbole blitzschnelle Über-mittler von Informationen. So genügt es einen roten Mund mit ausgestreckter Zunge zu sehen und man versteht sofort, dass die Rolling Stones gemeint sind. Auch Prince hat sich dies zu nutze gemacht und aus zwei Geschlechtersymbolen sein eigenes kreiert. Ob das nun seinen Hang zum Bisexuellen umschreibt, oder die Vereinigung der Geschlechter visualisiert, sei dahingestellt. Zumindest gelingt es ihm, sich ein unverwechselbares Zeichen zu schaffen, das nur ihm zugesprochen wird.

Viele Musiker haben mit Designern zusammengearbeitet, um eine passende Symbolik für ihre Band zu entwickeln. Gene Mahon, inspiriert von einem Gemälde Magrittes, hat für die Beatles den Apfel entwickelt. Andy Warhol kreierte für Vel-vet Underground die berühmte Banane. Aber auch die Band-mitglieder selbst, die in einigen Fällen aus dem Designbe-reich stammen, haben sich Symbole entwickelt. Wie zum Bei-spiel der Sänger von Him. Er entwarf sich ein Symbol mit dem ihm eigens entwickelten Namen »Heartagramm«, das saus einem Herz und aus einem Pentagramm zusammengesetzt ist.

Als Zuschauer konnte man dann am eigenen Leib erfahren, wie sich diese Markenzeichen im eigenen Herz und Hirn ver-ankert haben. Eine richtige Lovestory eben... _

Klaudija Sabo (www.creativevillage.de)