TYPO Berlin 2011 Shift - 16. Internationale Designkonferenz 19. – 21. Mai


Jörg
 
Becker
Jörg Becker ist ein »Visual Communicator«. Sein besonderes Interesse gilt der Kreativität, Typografie, Soziologie, Rhetorik und Kommunikationswissenschaft. Der Inhaber eines deutschen Diploms in visueller Kommunikation und eines niederländischen MFA für Grafikdesign lehrt Buchgestaltung, Kreatives Handeln, Typografie, visuelle Rhetorik und die psychologischen Grundlagen der Gestaltung, unter anderem an der University of Illinois in Chicago, USA. Vier Jahre lang arbeitete Becker an der visuellen Kommunikation der Bundesregierung, von Ministerien, Gewerkschaften und mehreren Unternehmen.

Wenn es mal so richtig shift. (D)

»Nu' guck dir das ma' an. Da schickt man ja kein' Hund vor'e Tür.« Jeder Wetterumschwung bringt neue Perspektiven. Jedes Spiel bringt neue Regeln. Doch hinterm Fenster und am Spielfeldrand ändert sich nichts. Es bleibt trocken und mühelos. Perspektiven werden hier nicht gewechselt. Hier gibt's nur eine Perspektive: die Erleichterung nicht im unbehaglichen Perspektivwechsel mitmischen zu müssen. Man schaut den Wetterbericht, schützt sich in der sicheren Unterstellung, oder schwingt seine vier Buchstaben schweißfrei auf die Tribühne. Ohne Kontakt kann man aber nicht mehr rausholen. Ohne es aktiv mit einem entgegnenden Widerstand aufzunehmen kann man keine Fahrt aufnehmen. Und mit nur einer Perspektive hat man nichts zum korrigieren. Wer nicht nass und schmutzig werden will, sondern behaglich Daheim bleibt — wer nicht in und mit Perspektiven spielt, sondern nur auf sie reagiert — wer nur die Regeln kennt, aber nicht spielen will — bleibt unkreativ. Da hilft auch kein reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden, …