Quo Vadis, Designprofession?

Amateure sind Leute, die etwas für nichts tun. Profis sind Leute, die nichts für nichts tun. Dieses Bonmot des französischen Regisseurs Jacques Tati führt direkt zum Kern des Themenblocks »Quo Vadis, Designprofession?« der TYPO Berlin 2010. Die Passion ist das Leitmotiv der diesjährigen Konferenz und die Leidenschaft ist auch die zentrale Triebfeder der Amateure in der Gestaltung. Im Zuge der umfassenden Digitalisierung und Vernetzung haben diese heute mehr Möglichkeiten als je zuvor, sich mit den Mitteln des Designs frei zu entfalten. Doch während die Amateure ihre gestalterischen Freiheiten nun voll ausleben können, fühlen sich viele Profis durch die Umbrüche in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Auch sie haben ihren Beruf aus Leidenschaft ergriffen, doch um ihre Profession hauptberuflich ausüben zu können, reicht Passion alleine nicht aus – eine angemessene Vergütung für die gestalterische Leistung ist unabdingbar.

Die Demokratisierung der Produktionsmittel, des Know-hows und der Publikationskanäle hat im Design zu einem Verschwimmen der Grenzen zwischen Amateuren und Profis geführt. Die ehemals getrennten Lager inspirieren sich nicht nur wechselseitig auf ästhetischer Ebene und kollaborieren in immer ausgefeilteren Co-Design-Prozessen miteinander, sie treten auch zunehmend in direkte Konkurrenz. Insbesondere die seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden sprießenden Crowdsourcing-Plattformen erregen die Gemüter der Branche und schüren die Angst vor einem Verfall der Preise und der Qualität im Design.

Die TYPO Berlin 2010 widmet sich einen ganzen Tag lang den verschiedenen Aspekten des Themas:
Am Vormittag werfen Florian Schmidt und Dragan Espenschied einen Blick auf die ästhetischen Errungenschaften der Amateure im Netz zwischen Volksdesign und digitaler Folklore. Oliver Reichenstein und Malte Christensen berichten im Anschluss, wie sie sich als professionelle Designer die Möglichkeiten des Web 2.0 zunutze machen und wie sie mit Open-Source-Ansätzen im Design umgehen. Am Nachmittag dreht sich dann alles um das Reizthema Crowdsourcing: Michael Kubens und Bastian Unterberg stellen ihre sehr unterschiedlich konzipierten Plattformen vor und bieten Einblicke in deren Funktionsweise aus der Betreiberperspektive. Die Gegenposition wird vertreten durch die Professoren Torsten Stapellkamp und Jörg Petruschat, die sich dem Phänomen aus wirtschaftlicher und Design-theoretischer Richtung nähern. Den Abschluss bildet eine Paneldiskussion, bei der die Kontroverse im Dialog fortgeführt werden soll. Diese wird moderiert von Florian Schmidt und der Designkritikerin Birgit S. Bauer.
 

Die Termine

 
Freitag
 | 
12:00
 | 
Show
 

Florian Schmidt

Volkssport Design

 
 
Freitag
 | 
12:30
 | 
Show
 

Dragan Espenschied

Digitale Folklore

 
 
Freitag
 | 
13:00
 | 
Show
 

Oliver Reichenstein

Web Design gefriergetrocknet: Was ist ein Template wert und wie bringt man es auf den Markt?

 
 
Freitag
 | 
13:30
 | 
Show
 

Malte Christensen

Designer x.0 – Ein Leitfaden zur Etablierung im Web

 
 
Freitag
 | 
15:00
 | 
Show
 

Michael Kubens

designenlassen.de – ein neuer Ansatz für Kreativprojekte

 
 
Freitag
 | 
15:30
 | 
Show
 

Bastian Unterberg

jovoto - Open Space for Ideas

 
 
Freitag
 | 
16:00
 | 
Show
 

Torsten Stapelkamp

Design – Leidenschaft für Kreativität und Unternehmertum

 
 
Freitag
 | 
16:30
 | 
Show
 

Jörg Petruschat

New Deal

 
 
Freitag
 | 
18:00
 | 
Show
 

Michael Kubens, Jörg Petruschat, Torsten Stapelkamp, Bastian Unterberg

Panel